Ich rede mit Bäumen....
Manchmal macht das ja einen etwas seltsamen Eindruck. Neulich las ich einen Artikel über Leute, die in Seminaren Bäume umarmen und sich dabei ganz eins mit der Natur fühlen, mit sehr spöttischem Unterton. Da fängt das Nachdenken schon mal an.
Auch ich umarme Bäume, schon seit ich ganz klein war, in der Nähe unseres elterlichen Hofes gab es eine Birke, die sich alle meine Kümmernisse und Erfolge angehört hat. Und hier, im Wald, treffe ich mich mit einer Buche und einer Eiche, und immer noch erzähle ich Ihnen, was so passiert in meinem Leben. Manchmal einfach mit dem Gefühl und manchmal mit Worten. Ich fasse die Rinde an, fühle mich geborgen, lege die Wange an den Stamm, freue mich über die Glätte der Buchenrinde und die Runzeln der Eiche.
Wenn es mir richtig schlecht geht, ist es wunderbar, am Baum zu stehen und einfach zu fühlen. Das heißt nicht, dass ich keine Freund/innen habe, mit denen ich reden kann, ich glaube, der Baum hat eine andere Rolle. Eine Buche antwortet nicht mit guten Ratschlägen und weiß auch nichts besser, sie ist einfach nur da.
Manchmal denke ich darüber nach, was meine Bäume schon alles gesehen haben, das geht mir besonders so bei sehr alten Bäumen. An der Wieckaukuhle zum Beispiel, die mein Mann oft bei Wanderungen streift. Diese uralte Eiche, unter der vor hunderten von Jahren Kinder spielten, Liebespaare saßen, alte Leute im Dorf umher schauten. Dann, als das Dorf verlassen wurde, kamen die Tiere, tranken am nahegelegenen Teich, fraßen die Eicheln, schubberten sich. Und jetzt kommen wir mit Wanderungen vorbei, mit Menschen, die diesen Baum ehrfürchtig betrachten.
Ich werde weiter mit Bäumen reden und empfehle es auch gerne weiter. Es steigert das Wohlbefinden, gibt uns Wurzeln und ist einfach schöööön.












