Ich hab’ ihn immer noch nicht satt, den Schnee

16. Februar 2010

Ich habe ihn immer noch nicht satt, den Schnee. Seit Wochen stapfen wir jetzt durch tiefen Schnee, teilweise fühle ich mich wie ein menschlicher Schneepflug.winterhaus_10_1Für die kleine Runde hinter dem Haus, 30 Minuten lang habe ich mir zusammen mit unserem Hund Moritz einen Pfad ausgetrampelt und der wird immer tiefer. Unser Hofgrundstück ist von Gängen durchzogen, 50 cm hoch liegt der Schnee. Im Kaninchenauslauf dürfen die Kaninchen bald nicht mehr raus, da der Zaun einfach nicht mehr hoch genug ist und sie demnäxt rüberspringen können. Das Dach ist weiß, teilweise lassen sich die Dachflächenfenster nicht mehr öffnen.breeser-grund-winter-10_2 Für Bewohner höherer Gefilde ist das wahrscheinlich jeden Winter Alltag, für mich ist es eine kleine Sensation. Ich streichle den Schnee, der langsam hochwächst beim Vorübergehen. Ich schaue mir die unterschiedliche Beschaffenheit der Schneeflocken an, mal sind sie klitzeklein, aber die letzte Schicht hat fast kleine Schneesterne zur Erde geschickt. Und so glitzern sie weiss und wunderschön oben auf all dem, was sie bedecken. Da es bei uns so gut wie keinen Autoverkehr gibt, bleibt es weiß und wir haben wundervolles Weiß, wohin auch immer der Blick schweift. Die Bäume schütteln immer wieder etwas ab, von dem Gewicht in den kleinen Antauphasen. Gestern hat meine Tochter gesagt, sie findet die weißen Tupfer auf den Bäumen so schön, die sich dort bilden wo Astansätze sind.
Eis_elbe_10_1 Ich erinnere mich an Winter in meiner Kindheit, die auch hier in der Region stattgefunden hat, in denen wir Schneehöhlen bauten, und dachte immer, meine Erinnerung müßte trügen. Hat sie aber nicht und wie gesagt, ich habe ihn immer noch nicht satt, den Schnee…….

barbara kenner

ELBgenuss 2010 – gedankenweit

27. Januar 2010

Der ELBGenuss ist unsere Liebeserklärung an diese Region.

Titelbild ELBgenuss 2010 Kenny Kenner

Titelbild ELBgenuss 2010 Kenny Kenner

Wir leben links und rechts der Elbe im und um das Unesco Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe herum und wir wachsen zusammen. Immer schon war die Elbe ein spannender Raum, hat getrennt durch den zu überquerenden Fluss und verbunden durch gemeinsame Landschaftsräume, Landschaftsgefühle. Durch die deutsche Teilung hindurch haben wir uns als fremd empfunden, die Älteren haben ihre Heimat, ihre Freunde vermisst, die Jüngeren hatten keinen Bezug mehr nach „drüben“, Familien fanden sich fern von ihren Verwandten auf der anderen Seite.

Und dann war da auf einmal die Wiedervereinigung, plötzlich und unerwartet für alle Seiten. Wir haben den Trabis gewinkt und Sekt ausgeschenkt an den Übergängen. Wir haben uns so gefreut, dass diese unmenschliche Grenze aufgemacht wurde. Alle sind wir „mal rüber“ gefahren, von beiden Seiten. Und haben uns fremd und neugierig gefühlt. Dann gab es kleine Annäherungen, Menschen von der Westseite sind auf die Ostseite gezogen und umgekehrt. Menschen von der Ostseite arbeiteten auf der Westseite und umgekehrt. Und langsam  wurden kleine zarte Bande gesponnen, lernten wir einander verstehen. Sicher, da ist noch einiges zu tun, aber der Anfang ist  gut. Und wir lieben diese Region, unsere Heimat.

titelbildengelzufuss

Titelbild ELBgenuss 2009 Silke Kowalski

Typisch ist hier das Miteinander von Alteingesessenen und „Zugezogenen“. Auf der Westseite hat Gorleben zu einer guten Mischung der Bevölkerung gesorgt. Viele sind gekommen um gegen den Wahnsinn der Atommülllagerung zu protestieren. Und merkten dabei, wie schön es hier ist. Gerade Menschen mit künstlerischen Interessen fanden eine wildromantische Landschaft gepaart mit günstigen Immobilien vor. Energiepolitisch Motivierte trafen sich um Neues, Aufregendes in diesem Bereich zu entwickeln. Biologen, Ornithologen und Archäologen fanden ihr Paradies.  Entstanden ist eine der aktivsten ländlichen Regionen in Europa mit Künstlern, Kunsthandwerkern, Energieexperten, Wissenschaftlern und ziemlich fitten Pensionären…
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Auf der Ostseite ist das Leben noch reservierter, da gibt es keine jährlich wieder kommenden Demonstranten, eher eine zarte Entwicklung der leisen Töne. Die Landschaft vermittelt eine unglaubliche Weite, das Herz geht auf und lernt zu fliegen, der Himmel weitet sich in’s Unendliche. Auch hier bietet ein ländlicher Raum die Möglichkeit sehr individuelle Ideen in die Realität umzusetzen, und wird auch munter so genutzt. Dazu kommt ein ebenso überdurchschnittliches Potenzial an Intellektuellen, Künstlern und Kunsthandwerkern.
Gemeinsam sind wir eine Region der kleinen, stillen Erlebnisse mit Plätzen, an denen viele Menschen leben, die etwas anders sind. Die die Ruhe der Landschaft schätzen, die Kunst, Kultur und Natur zusammen leben wollen.
Und das Ganze möchten wir Ihnen, unseren Gästen zugänglich machen..
Künstler, die hier wohnen und tätig sind; Kunsthandwerker, die hier produzieren; Gastronomen, die Ökologisches und Regionales auf den Teller bringen; Biolandwirte, die vor Ort gesunde Lebensmittel erzeugen; Natur- und Wanderführer, die ihre Heimat zeigen wollen. Veranstaltungen in Scheunen, Wohnzimmern und auf der grünen Wiese gehören auch dazu.
Der Aufbau einer nachhaltigen Wirtschaftsweise, die die Region stärkt und die Besuchern das besondere Erlebnis einer Region bietet, die sich ernsthaft engagiert, ist uns ein Anliegen. Und so ist dieses auch die erste einer jährlich wiederkehrenden Veranstaltung, zu der wir Sie ganz herzlich einladen möchten.
Wir präsentieren uns bunt und vielfältig vom 24.9. – 3.10.2010 mit der Veranstaltung ELBgenuss – gedankenweit. Und falls Sie zu anderen Zeiten bei uns sind oder zu uns kommen möchten, so haben einige Gastgeber auch die Öffnungszeiten für den Rest des Jahres dazugeschrieben und freuen sich auf Sie.

Weitere Infos: http://www.elbgenuss.de/

Heimliche Wanderer – die Rückkehr der Wölfe

20. November 2009

Heute beginne ich mit meinem Bericht über die Rückkehr der Wölfe ins Wendland (nord-östliches Niedersachsen).
Ich bin ihnen nah und sehr verbunden. Ich möchte sie schützen und ich will sie besser verstehen. Sie sind für mich die Verbindung zu einer natürlicheren Umwelt und zu längst vergessenen Beziehung zwischen Mensch und Tier. Wolf – Mensch – Hund, diese Beziehungen habe sich seit mindestens 15.000 Jahren entwickelt.
Aber sie werden uns auch Probleme bereiten und sie werden stets gefährdet sein. Desshalb habe ich mich auch zum Wolfsbetreuuer ausbilden lassen und auch darüber werde ich berichten.

Wolf_S_6

20. November 2009

Heimlich kommen sie. Monatelang führen sie ihr verstecktes   Leben ganz in unserer Nähe. Doch plötzlich die ersten Hinweise und Spuren, wage noch , aber immer deutlicher werden die Anzeichen – die Wölfe kehren heim.
Sie kommen zurück in ein Land, in dem sie vor über hundert Jahren ausgerottet wurden. Aus dem Bruder Wolf, dem einstigen Jagdgefährten, war der Konkurrent, der Schädling, die Bestie geworden. Die Vernichtung des Großmuttermörders und Rotkäpchenfressers Canis Lupus war der endgültig geglaubte Sieg über das Wilde, den nicht zu kontrollierenden Rest der einstigen Wildnis.
Die Natur war kultiviert und überall im Land wurden die Zeichen dieses historischen Sieges errichtet, Gedenksteine und Gedenkbäume für die letzten ihrer Art in der jeweiligen Region. Bei uns in der Göhrde war es eine Wolfslinde – gepflanzt für den letzten Wolf, der an dieser Stelle, nach langer Hatz, am 11. November 1854, vom Jagdgehilfen Weber mit einem Vorderladergewehr erschossen wurde. Der König schenkte ihm zum Dank für diese kühne Tat eine moderne Repetierbüchse.
In sieben Bundesländern sind inzwischen wieder Wölfe aufgetaucht. Sie kommen aus Polen, aus Italien und aus der Lausitz. Ihre Wege aber sind unerforscht.
Ihre Ankunft hat uns Menschen überrascht, wir waren nicht darauf vorbereitet. Wie paßt ein solch wildes Tier in unsere gepflegte Kulturlandschaft? Werden sie bleiben und Rudel (=Familien) gründen oder werden sie so leise wieder verschwinden wie sie zu uns gekommen sind?

Wolf Trittsiegel
In mittlerweile sieben Bundesländern gibt es gesicherte Wolfsnachweise. In Sachsen, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern. Dort leben Rudel wie in Sachsen oder Paare wie in Brandenburg und wahrscheinlich auch schon in Mecklenburg. Außerdem sind in Bayern, Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Hessen Tiere aufgetaucht. Das weiß man, weil sie geschossen wurden wie im niedersächsischen Lüchow-Dannenberg und im brandenburgischen Luckau. Weil sie überfahren wurden an der Autobahn wie im holsteinischen Eutin und brandenburgischen Forst. Weil sie Schafe töteten wie im mecklenburgischen Lübtheen. Oder weil sie eindeutig identifiziert wurden wie das überfahrene Tier bei Starnberg in Bayern, nahe München.
Zunächst fühle ich mich geehrt durch die Anwesenheit eines Wolfs in meiner Nachbarschaft. Zeigt es mir doch, das meine Region, unsere Wälder wieder von einer Art als Lebensraum akzeptiert werden, die von uns Menschen gnadenlos verfolgt wurde.

wolf

Inzwischen bin ich einer der vom Land Niedersachsen benannten Wolfsberater und werde über meine Aufgaben und die Arbeit vor Ort später berichten.

Die Anschriften der Wolfsberaterinnen & Wolfsberater in Niedersachsen finden sie hier.

Willkommen Wolf!

Kenny Kenner

Kenners starten ihren Blog

20. November 2009
Unser Bio-Hotel Kenners LandLust im Wendland

Unser Bio-Hotel Kenners LandLust im Wendland

Willkommen im Blog “Kenner Gedanken”!

Wir möchten hier informieren und diskutieren mit Gästen, Mitarbeitern und Besuchern, die sich für unsere Themen, unsere Region oder unser Haus interessieren. Es wir Neuigkeiten geben, Gedanken zu unserem Alltag, touristische Infos, Tipps & Rezepte, Ideen und Projekte der nachhaltigen Energieversorgung und natürlich die Auseinandersetzung um Gorleben und die ungelöste Problematik des Atommülls.

Wir freuen uns auf Besuch & Diskussion.

Die Kenners